Wo Hase und Igel Weihnachten feiern

Weihnachtliches Flair am Buxtehuder Fleth.

Ein nettes, romantisches Adventswochenende im Alten Land. In Buxtehude. Ein bisschen bummeln, Kaffeetrinken, spazieren gehen aufm Deich. Mit Blick auf die Elbmarschen. Das war unser Plan. Ich hatte keine Vorstellungen, geschweige denn eine Ahnung, was mich dort erwartet. Wie hübsch die einstige Hansestadt ist. Wie freundlich die Einwohner sind. Wie toll man dort bummeln und shoppen kann. Dass sich hier Hase und Igel „Gute Nacht“ sagen.

Das war für mich das Überraschendste an diesem Wochenende: dass a) sich Hase und Igel nahe Buxtehude auf der „lüttjen Heide“ gegenüberstanden, und b) das Hase-und-Igel-Thema in der Hansestadt omnipräsent ist.

Mit Hase und Igel durch die Innenstadt

Wir passierten mannshohe Igel- und Hase-Skulpturen, je nach Geschäft individuell gestaltet. Ein Igel empfing uns bereits bei der Ankunft im Hotel – allerdings verwies er auf das Buxtehuder Tageblatt, das im selben Gebäude seinen Sitz hat. Am Eingang zur Fußgängerzone vom Fleth aus mahnte auf einem Schild der Igel als Fußgänger sogar den fahrradfahrenden Hasen. Großartig.

Schick sieht er aus: der Hase, der vom Igel hochgenommen wird. © Katrin Krumpholz

Schick sieht er aus: der Hase, der vom Igel hochgenommen wird. © Katrin Krumpholz

In der Bäckerei „Hase & Igel“ nahmen wir nach den ersten Shoppingerfolgen im „Kokopelli“ und im Kaufhaus „Stackmann“ einen ersten Kaffee ein – und staunten über die Gestaltung des Verkaufsraums: Das Märchen von Hase und Igel ziert hier in schöner Schreibschrift die gesamte Decke! Da ich leider kein schönes Foto machen konnte, an dieser Stelle meine Empfehlung: unbedingt selbst anschauen!

Hinweisschild am Fleth-Zugang zur Buxtehuder Fußgängerzone. © Uwe von Schirp

Hinweisschild am Fleth-Zugang zur Buxtehuder Fußgängerzone. © Uwe von Schirp

Das Hase-Igel-Thema begeistert mich, gehört das Märchen von Wilhelm Schröder aus dem Jahr 1840 natürlich zu den Kinderbuch-Klassikern, die ich vorgelesen bekam und später selbst gelesen habe. Für meinen Neffen kaufe ich das Märchen in einer Neuauflage als Weihnachtsgeschenk – und denke, dass die Geschichte in verschiedenster Auflage sicherlich eines der meistverkauften Souvenirs der Stadt ist.

Sieht ganz schön verschmitzt aus: der Igel eines Denkmals in der Langen Straße. © Katrin Krumpholz

Sieht ganz schön verschmitzt aus: der Igel eines Denkmals in der Langen Straße. © Katrin Krumpholz

„Ick bün al dor!“

Ich nehme das Thema natürlich aber nicht nur aus der Kindperspektive unter die Lupe, sondern auch aus fachlicher Sicht. Witzig finde ich den Stadtslogan „Buxtehude. Schlau, wer schon da ist“,auf Plattdeutsch: „Ick bün al dor!“. Das Zitat stammt von der Igel-Frau, als der Hase auf der anderen Seite des Feldes angelangt. In der Wort-Bild-Marke finden die beiden Tiere also auch ihren Platz.

Der Slogan der Märchen-, Sport- und Kulturstadt Buxtehude. © Katrin Krumpholz

Der Slogan der Märchen-, Sport- und Kulturstadt Buxtehude. © Katrin Krumpholz

Weihnachtsstadt Buxtehude

Selbst in der Weihnachtsdekoration der Fußgängerzone findet man Hase und Igel. Toll gestaltet sind die Straßenlaternen: Sie tragen alle eine Nikolausmütze! Weihnachtliche Stimmung empfing uns schon bei der Ankunft Freitagabend: Auf dem Weg zum Hotel entlang des Fleth leuchteten die Bäume mit ihren Lichterketten darin. Dazu die teils historische Kulisse der Giebelfachwerkhäuser – die perfekte Einstimmung auf ein gemütliches Adventswochenende!

Im Advent zieren Nikolausmützen die Straßenlaternen in Buxtehude. © Katrin Krumpholz

Im Advent zieren Nikolausmützen die Straßenlaternen in Buxtehude. © Katrin Krumpholz

Unser Hotel, das „Hotel Zur Mühle“ lag zentral am Ende des Fleth, davor das historische Lastschiff Margareta: das älteste, noch erhaltende Schiff der Buxtehuder Ewer-Flotte. Heute ist es die Außenterrasse des „Intermezzo“, wo man im Sommer bestimmt gemütlich sitzen, Antipasti essen und Cocktails trinken kann.

Buxtehude kulinarisch

Apropos essen: Fußläufig zum Hotel liegen mehrere Restaurants. Wir entschieden uns am ersten Abend für das italienische Restaurant „Don Antonio“, in dem wir auch als Touristen wie Freunde des Hauses behandelt wurden. Am Samstagabend gab es im tollen Ambiente des Steakhauses am Fleth – mit seinem offenen Backsteinfachwerk – leckere Burger mit Kartoffelecken und Sour Creme.

Das blindengerechte Stadtmodell vor dem Historischen Rathaus Buxtehude. © Katrin Krumpholz

Das blindengerechte Stadtmodell vor dem Historischen Rathaus Buxtehude. © Katrin Krumpholz

Wir kommen wieder

Abschließend sei noch erwähnt, dass ich auch von der Vielfalt der Einkaufsstadt Buxtehude sehr begeistert bin: Einige Geschäfte, durch die wir gebummelt sind, wie das „Kmelion“, verfügen über ein sehr ausgesuchtes Angebot, wie ich es selten finde. Der Untertitel „Zeitgenössische Bekleidungskultur“ klingt zwar etwas merkwürdig, aber die Auswahl an fair produzierter Mode (Labels wie Armedangels), die reduzierte Shopausstattung und Beratung sind top!

Zauberhafte Winterstimmung im Alten Land in Königreich. © Katrin Krumpholz

Zauberhafte Winterstimmung im Alten Land in Königreich. © Katrin Krumpholz

Mir hat das Buxtehude-Adventswochenende so gut gefallen, dass ich mir eine alljährliche Wiederholung vorstellen kann. Auch das Alte Land hat in der Winterzeit seinen Reiz, wie das nebenstehende Foto beweist. Die Obstbaulandschaft und ich sehen uns aber schon vorher wieder, zur Obstblüte oder zur Obsternte. Vielleicht bei einer Radtour von Hofcafé zu Hofcafé oder einer Plantagenwanderung mit einem Obsthofbesitzer.

 

 

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